Wohnen am Fluss – europan 7

Auftraggeber: Stadt Innsbruck, Europan
Partner: Rudi Palme, Martin Scharfetter

  • Wohnen am Fluss   europan 7
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Wohnen am Fluß. Die Nachbarschaft der ehemaligen Tuchfabrik am Rande des Wohnviertels Reichenau ist heterogen strukturiertet. Die Frage für uns war, ob es möglich ist, diesen Ort als eine homogenen städtischen Bereich zu definieren?

Das 3,3 Hektar große Areal der ehemaligen Lodenfabrik am Rand des Wohnquartiers Reichenau wird voraussichtlich ab 2004 schrittweise für eine neue Nutzung und Gestaltung frei werden.
Für die anschließenden Uferbereiche von Inn und Sill werden derzeit wasserbauliche Überlegungen im Zusammenhang mit Hochwasserschutz und Begradigung Sillmündung angestellt, woraus sich erhebliche Änderungen aber auch Gestaltungschancen für den Erholungsbereich ergeben können. Eine gesamthafte städtebauliche Entwicklung und Integration dieses großen Gebietes einschließlich des Grün- und Erholungsbereiches Innufer/ Sillmündung ist auf Grund des hohen Nutzungs- und Freiraumpotenziales von übergeordneter Bedeutung. Deshalb hat die Stadt Innsbruck im Einvernehmen mit dem betroffenen Grundeigentümer beschlossen, diesen Standort zur Ermittlung einer optimalen Lösung in das Wettbewerbsverfahren Europan 7 einzubringen.

Das Wettbewerbsgebiet umfasst die ehemalige Lodenfabrik, die anschließenden Uferbereiche von Inn- und Sill, den voraussichtlich teilweise frei werdenden Rand des südwestlich angrenzenden Kasernenareals, das nordwestlich der Sill liegende, weitestgehend verbleibende Gewerbegebiet sowie Anschlussbereiche zur südöstlich angrenzenden 4- bis 14-geschossigen Wohnbebauung.
Wesentliche Aufgabe im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens ist die Ausarbeitung eines integrierten städtebaulichen Leitprojektes für das gesamte Wettbewerbsgebiet, wobei die Einbeziehung von Wasserbau- und Landschaftsplanern angeraten wird.

Die Bearbeitungstiefe für das Leitprojekt ist sehr umfassend vorgesehen, wodurch präzise und entwicklungsfähige Inhalte bzw. Festlegungen, insbesondere zu Nutzungs-, Bau-, Freiraum-, Grün- und Erschließungsstruktur, erreicht werden sollen. Gleichzeitig soll in einer vertieften Bearbeitung für einen kleineren Teilbereich nach freier Wahl ein konkretisiertes Projekt, gegebenenfalls für einen ersten Umsetzungsschritt, erstellt werden. Vorgesehen ist eine gemischte Nutzung der frei werdenden Flächen mit vorwiegend Wohnen und teilweise Angeboten für betriebliche Nutzung sowie ein entsprechender Ausbau der Erholungsflächen an den Flüssen unter sinnvoller Einbeziehung der wasserbaulich erforderlichen Umgestaltung. Die Möglichkeit urbanen Bauens am Flussraum soll als besondere Herausforderung gesehen werden. Das an sich problematische Zusammentreffen von Öffentlichkeit auf ufernahen Freizeit- und Erholungsflächen mit Wohnnutzung ist zu bewältigen und soll im Gegenteil als Chance gesehen werden, statt einer inadäquaten Privatisierung der Freiräume bzw. einseitigen Dominanz des Wohnmilieus positiv Öffentlichkeit an diesem prominenten Standort zu erzeugen.