Visionen für Chorweiler – Köln
Partner: Birgit Brauner, Petra Cernusca
Ausstellung: Museum Ludwig - Köln
In einer Zeit, in der die gewagtesten Visionen für eine neue Weltordnung von neokonservativen think tanks formuliert werden, wenn die kritische Linke ihre Zielstellungen verliert und wenn es scheint, als ob wir keine neuen Utopien mehr zu entwerfen brauchen und möglicherweise gar nicht hervorbringen können, ist es höchste Zeit, sich noch einmal den sozialen und städtebaulichen Utopien der Vergangenheit zuzuwenden. Überzeugt, dass Ideen nicht erlöschen, sondern sich entwickeln, ist es Anliegen des Projektes ‚Reconsidering Utopia(s), jenen Bestrebungen zu trotzen, die sich derzeit beeilen, die Erbschaft einer scheinbar vergangenen und verfehlten Moderne zu verurteilen. Die Fortsetzung, Neuinterpretation und ‘Wieder- Bewohnung’ der visionären Projekte der unmittelbaren Vergangenheit könnte eine nicht- funktionierende ‘soziale Maschine’, die sich ihres ideologischen Potenzials erschöpft hat, wieder in Gang bringen. Die Betrachtung des Themas soll daher nicht notwendiger Weise ideale neue Formen hervorbringen, sondern eher versuchen, sich wieder innerhalb der formalen und konzeptionellen Räumlichkeiten der Vergangenheit zu lokalisieren.
Wir entwickeln für Chorweiler keine neuen Strategien, sondern regen verschiedene Experimente an. Wir identifi zieren Dachfl ächen (1) , Außenräume (2) , Fassaden (3) und Innenräume (4) als Potentiale und erarbeiten dafür architektonische Interventionen. Einiges könnte in Chorweiler relativ einfach verändert werden, oft scheitern Projekte am Geld, oft an der Planung. „RE: CONSIDERING CHORWEILER“ sind keine fünf Punkte für eine neue Architektur; es ist vielmehr der Glaube an eine etwas bessere Welt. Vielleicht sind auch wir Utopisten. Martin Mutschlechner / Birgit Brauner / Petra Cernusca


