Mondrian im Raum

Auftraggeber: privat
Fotos: G.R.Wett
Licht: Lichtfabrik Halotech
Möbel: Haidacher

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Das Haus des Gemeindearztes in Fulpmes wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit Praxis und Apotheke errichtet und im Laufe der Generationen der Arztfamilie Somavilla mehrfach erweitert. Heute befinden sich Praxis und Therapieräume in einem eigenen Gebäude; das Wohnhaus umfasst insgesamt vier Stockwerke mit Räumen unterschiedlichsten Zuschnittes und unterschiedlichster Nutzung nebeneinander. Für den Einzug der nächsten Generation wird das Haus adaptiert, ohne die bauliche Struktur grundlegend zu verändern: die äußere Erscheinung des Gebäudes bleibt erhalten, die Straßenfront gänzlich unverändert bestehen, im Garten sind die Veränderungen an einer neuen Terrasse und vergrößerten Fensterfronten ablesbar.

Das Gesamtkonzept schafft eine Neuordnung der Räume und Umschichtung der Nutzungen mit dem Ziel, die beruflichen Wege und alltäglichen Abläufe im Gebäude zu optimieren, genügend Freiraum zum Leben und Stauraum für das Wohnen zu schaffen.

Der Hauptzugang wird in das gartenseitige Kellergeschoss verlegt, der Eingangsbereich nimmt mit dem Einbau von naturbelassenen Birkenstämmen als Garderoben und einer grünen Filznische die umgebende Natur mit herein. Das Hauptwohngeschoss wird in das Erdgeschoss verlegt, eine offene Küche mit Übergang in das Wohnzimmer schafft großzügigen Freiraum. Durch den Anbau einer Terrasse mit darunter befindlichem Carport kommt im Sommer noch ein Wohnraum im Freien dazu, erstmals ist der direkte Zugang aus den Wohnräumen in den Garten möglich. Eine Bauernstube aus 20er Jahren des letzten Jahrhunderts bleibt unverändert erhalten. Im ersten Obergeschoss sind eine Galerieebene mit Bibliothek, ein aus dem Bestand übernommenes Zimmer im Stile eines Herrensalons der Jahrhundertwende und ein Gästeraum untergebracht. Die privaten Räume und Schlafzimmer der Familie befinden sich im Dachgeschoss.

Die Spuren der baulichen Veränderungen, die jede Generation hinterlassen hat, mit Abbrüchen und Durchbrüchen, Vermauerungen und Mauervorsprüngen werden mit Möbeleinbauten verpackt und kaschiert. Glatte weiße Fronten schaffen einheitliche Oberflächen, die von bunten Nischen durchbrochen sind: ausgekleidet mit verschiedenen Materialien wie Filz, Samt, Schwarzglas, Blattgold und entsprechend dem fröhlichen Naturell der Bauherrin farbig angelegt in blau, gelb, rot, grün…

Durch die besondere Rolle des Bauherren, der einen Teil der Arbeiten selbst ausgeführt hat und als kompetenter Diskussionspartner zum Teil die örtliche Bauleitung übernahm, konnte das Bauvorhaben im geplanten Kosten- und Zeitrahmen verwirklicht werden.