Innsbruck – die geteilte Stadt

Partner: Raoul Bunschoten - chora.org
Team: Studenten der Universität Innsbruck

  • Innsbruck   die geteilte Stadt

Innsbruck – die geteilte Stadt. Lange Zeit wurde Landschaft als Lückenfüller zwischen gebauten Massen oder einfach als öffentlicher Raum (ohne Eigenschaften) wahrgenommen. Diese Forschung geht davon aus, dass urbaner Zwischenraum als Planungsinstrument verwendet werden kann; eine Werkzeug, um Raum zu strukturieren, um der isolierten Welt der Architektur Bedeutung und Zusammenhang hinzuzufügen. Ähnlich dem Hintergrund in den Bildern von Hieronymus Bosch, kann urbaner Zwischenraum die „scheinbar zersplitterte Welt“ überbrücken, sie rekontextualisieren und eine kontinuierliche Oberfläche menschlicher Interaktion schaffen.

Betrachtet man Innsbruck auf einer Stadtkarte, erkennt man, wie sehr die besondere Lage in Mitten der Alpen die Stadt formt. Der Inn, der innerhalb des Stadtgebietes die Talseite zweimal wechselt und die Eisenbahnlinie, teilen die Stadt in vier verschiedene, kaum interagierende Zonen.

Zone I westlich des Inns ist hauptsächlich Wohngebiet, beherbergt zugleich den Flughafen und eine großen Teil der noch existierenden Ackerflächen.
Zone II zwischen Inn und Bahnlinie, wird von der Altstadt, Wilten im Süden und Saggen im Norden eingenommen. Hier befinden sich die meisten öffentlichen Einrichtungen, Einkaufsstrassen und der Bahnhof. Obwohl Hötting genau gegenüber der Altstadt liegt und auch morphologisch dem Stadtzentrum entspricht, übernimmt es kaum Funktionen der Altstadt.
Zone III östlich der Bahnlinie mit Pradl im Süden und der Rossau im Norden ist Wohn- und Industriegebiet. Dieses Gebiet ist wenig mit dem Stadtzentrum verbunden, der Bau des neuen Bahnhofes und die Bebauung des Tivoli Areals verstärken diese Trennung noch weiter.
In Zone IV östlich des Inns befindet sich das O-dorf. Dieser Stadtteil wird nicht mehr als Teil der Stadt wahrgenommen und ist praktisch nicht in das Stadtgeschehen integriert.

Der von uns gewählte Sektor liegt in Zone III. Er wurde bewusst rechtwinklig zum Inn gelegt, um einen möglichst vielschichtigen Querschnitt der Stadt zu erhalten. Es handelt sich hier um eine sehr heterogene Zone. So befinden sich im Sektor unter anderem ein Naherholungsgebiet am Inn, große Industriebrachen, Hochhäuser, Wohnblöcke und Einfamilienhäuser.

Der Workshop schlägt erste Lösungsansätze vor, entwickelt Strategien für den öffentlichen Nahverkehr und die Nahversorgung und versucht bereits existierende Zusammenhänge besser zu verklammern. Es werden Brachflächen identifiziert und mit möglichen kontextuellen Prozessen belegt. Neue Arten der Besiedelung werden diskutiert und neue Wohnformen entwickelt.

Insgesamt erweist sich der Sektor als ideales Experimentierfeld für „urbane Versuche“. Es wird angeregt von Seiten der Stadt den Sektor für Experimente freizugeben und dort vermehrt verschiedenste Versuche zu initiieren; Europan 7 könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.