Erweiterung hinter einer Hecke

Auftraggeber: privat
Fotos: G.R.Wett
ÖBA: Ch. Neier

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Grundidee der Erweiterung ist, mit der Erfüllung der Bauaufgabe zugleich eine Neugestaltung und ästhetische Aufwertung des ganzen Bereiches zu schaffen. Der gesamte Bereich erhält eine neue Oberfläche mit entsprechender, klar ablesbarer Kennzeichnungen der Parkplätze, des Stellplatzes für den Notarzt und des Zuganges. Prägendes architektonisches Element ist der von grünem Maschengewebe (3M Safety Walk 1500) verhüllte Zubau für die Sanitärräume.

Da eine Bepflanzung auf dem Parkplatz nicht möglich war, ersetzt die Fassade in Analogie zu einer Hecke das Grün. Zugleich schafft die Assoziation an die Natur eine positive Grundstimmung für den Arztbesucher. Bei nächtlicher Beleuchtung der Innenräume bildet die vorgehängte Fassade eine transluzente Wand, die den Parkplatz belichtet. Diese Transparenz des Maschengewebes schafft in Abhängigkeit vom Tageslicht und mit den verschiedenen möglichen Belichtungen ein Spiel zwischen Intimität und Extrovertiertheit der neuen Architektur.

Die formale Lösung der Bauaufgabe ist sowohl an technische und rechtliche als auch an logistische Vorgaben gebunden: die Sanitärräume, bestehend aus zwei WC-Anlagen, eine davon behindertengerecht, sowie der Müllraum werden von der Praxis aus erschlossen, der Müllraum braucht zudem einen Zugang von außen. Die Räume sind klein und platzsparend angeordnet, um möglichst wenig Parkplatzfläche zu verlieren. In den Sanitärräumen bleibt die Wahrnehmung der tatsächlichen Raumgröße diffus und uneindeutig durch schief zueinander gestellte Wände und ausgerundete Raumecken. Notwendiges Mobiliar und Infrastrukturen sind in den Wänden verbaut, WC und Waschtisch bleiben die einzigen frei stehenden Elemente. Die gesamte Innengestaltung ist in Weiß gehalten: weißer Estrich mit Chipeinstreuung für die Rutschfestigkeit des Bodens, weiße Wandoberflächen, weiße Sanitärobjekte.

Die Holzkonstruktion in Leichtbauweise auf einer Bodenplatte aus Beton erlaubt eine kompakte Bauzeit für den längsrechteckigen Zubau. Auf einer Stahlunterkonstruktion ist die vorgehängte Fassade befestigt, Klemmschienen im Trauf- und im Bodenbereich spannen die als Schmutzfangmatten entwickelten Maschengewebe der Firma 3M vor das Bauteil.